Bilder: Ravensburger Verlag GmbH, AdobeStock
Internationaler Tag der Kinderrechte
Am 20. November wird weltweit der Internationale Tag der Kinderrechte gefeiert. An diesem Tag verabschiedeten die Vereinten Nationen 1989 die UN-Kinderrechtskonvention – das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz von Kindern. Für viele Eltern ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, sich bewusst zu machen, welche Rechte jedes Kind hat und wie sich diese konkret im Familienalltag widerspiegeln.
Kinder sind besonders verletzlich: Sie brauchen Schutz, Fürsorge und Menschen, die ihre Interessen vertreten. Die UN-Kinderrechtskonvention fasst 54 Artikel zusammen. Besonders zentral sind diese vier Grundprinzipien:
1. Recht auf Gleichbehandlung
Jedes Kind hat die gleichen Rechte – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Hintergrund.
2. Recht auf Schutz und Fürsorge
Kinder müssen vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung geschützt werden.
3. Recht auf Gesundheit, Bildung und Entwicklung
Jedes Kind hat Anspruch auf medizinische Versorgung, Bildung und eine Umgebung, die seine Entwicklung fördert.
4. Recht auf Beteiligung
Kinder sollen gehört werden und bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mitreden dürfen – ihrem Alter entsprechend.
Diese Rechte bilden das Fundament dafür, dass Kinder sicher, gesund und selbstbewusst aufwachsen können.
Kinderrechte im Familienalltag stärken
Viele Eltern unterstützen die Kinderrechte bereits intuitiv. Doch es gibt einige bewusstere Schritte, mit denen Familien den Alltag noch kindgerechter gestalten können.
1. Zuhören und ernst nehmen
Das Beteiligungsrecht ist eines der meist unterschätzten Kinderrechte.
- Fragt zum Beispiel euer Kind nach seiner Meinung bei Alltagsentscheidungen (Freizeit, Kleidung, Essenswünsche).
- Gebt eurem Kind das Gefühl, dass seine Gedanken wichtig sind – auch wenn ihr nicht immer das Gleiche möchtest.
2. Ein sicheres und liebevolles Umfeld schaffen
Zum Schutz gehört nicht nur körperliche Sicherheit, sondern auch emotionale.
- Achtet auf einen respektvollen Umgang – auch in stressigen Situationen.
- Gewaltfreie Erziehung ist gesetzlich verankert und schützt das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Eltern.
3. Bildung von Anfang an
Kinder lernen ständig – nicht nur im Kindergarten:
- Schafft eine anregende Umgebung mit Büchern, Spielen, Bewegung und Gesprächen.
- Ermutigt euer Kind, Fragen zu stellen und Neues auszuprobieren.
4. Gesundheit fördern
- Sorgt für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.
- Achtet auf ausreichend Schlaf, Bewegung und Ernährung – ohne Perfektionsdruck.
5. Medienkompetenz stärken
Digitale Rechte sind Teil moderner Kinderrechte.
- Begleitet euer Kind in der digitalen Welt.
- Nutzt kindgerechte Inhalte und klare Regeln, statt strenger Verbote.
- Erklärt, warum Datenschutz und Privatsphäre wichtig sind.
Kinderrechte über die eigene Familie hinaus unterstützen
Auch außerhalb der eigenen vier Wände können Eltern viel bewirken:
1. Hilfsorganisationen unterstützen
Es gibt zahlreiche Organisationen, die sich weltweit für Kinderrechte einsetzen – etwa durch
- Bildung für Kinder in Krisengebieten
- Schutz vor Gewalt
- medizinische Versorgung
- Nothilfe bei Katastrophen
Eltern können helfen durch:
- Spenden (auch kleine Beträge sind sinnvoll)
- Patenschaften
- gelegentliches Ehrenamt oder Projektunterstützung
2. Mit Kindern über Rechte sprechen
Kleine Kinder verstehen viel mehr, als man denkt.
- Erzählt ihnen altersgerecht, welche Rechte sie haben.
- Bücher über Gefühle, Vielfalt und Gerechtigkeit fördern ein frühes Bewusstsein.
3. Engagement im Kindergarten oder in der Schule
- Fragt nach, wie Beteiligung und Partizipation umgesetzt werden.
- Unterstützt Projekte zu Vielfalt, Gewaltprävention oder Demokratie.
4. Bewusst konsumieren
- Kinderarbeit in Lieferketten ist noch immer ein weltweites Problem.
- Eltern können durch bewusste Kaufentscheidungen und Fair-Trade-Produkte ein Zeichen setzen.
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