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18. Mai 2026

Immunsystem stärken in der Schwangerschaft

Immunsystem stärken in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft arbeitet der Körper auf Hochtouren. Euer Baby wächst, der Stoffwechsel verändert sich, der Schlaf kann unruhiger werden und auch das Immunsystem passt sich an die neue Situation an. Viele werdende Eltern fragen sich deshalb: Was kann ich tun, um gesund durch die Schwangerschaft zu kommen?

Während der Schwangerschaft verändert sich die Immunabwehr, damit der Körper das ungeborene Kind gut versorgen kann. Das bedeutet nicht automatisch, dass Schwangere ständig krank werden. Manche Infektionen können in der Schwangerschaft aber schwerer verlaufen oder für das Baby relevant sein. Deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig. Dazu gehören vor allem eine gute Nährstoffversorgung, ausreichend Erholung, Hygiene im Alltag und empfohlene Impfungen. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Impfungen gegen Influenza, Pertussis und COVID-19 für Schwangere ausdrücklich empfohlen sein können; Zeitpunkt und individuelle Situation sollten mit Ärztin oder Arzt besprochen werden.

Ausgewogen essen: Die Basis für starke Abwehrkräfte

Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert dem Körper wichtige Bausteine für Immunsystem, Blutbildung und Entwicklung des Babys. Empfehlenswert sind:

  • viel Gemüse und Obst
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen
  • Milchprodukte oder geeignete Alternativen
  • regelmäßig hochwertige Eiweißquellen wie Fisch, Eier, Fleisch oder vegetarische Alternativen
  • ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder ungesüßter Tee

Besonders wichtig sind in der Schwangerschaft Folsäure und Jod. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren eine gezielte Supplementierung von Folsäure und Jod, weil der Bedarf nicht immer zuverlässig über die normale Ernährung gedeckt wird. Auch Eisen, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B12 können je nach Ernährung und Blutwerten eine Rolle spielen. Nahrungsergänzungsmittel solltet ihr aber nicht „auf Verdacht“ in hohen Dosen nehmen. Besser ist es, Werte und Präparate mit der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der Hebamme abzustimmen.

Lebensmittelhygiene ernst nehmen

Ein wichtiger Teil der Immunstärkung ist, Infektionen möglichst zu vermeiden. In der Schwangerschaft solltet ihr daher besonders auf Küchenhygiene achten: Rohes Fleisch, roher Fisch, Rohmilchprodukte und nicht ausreichend erhitzte Speisen können Krankheitserreger enthalten. Obst und Gemüse sollten gründlich gewaschen werden. Schneidebretter, Messer und Hände sollten nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch gereinigt werden. Praktisch im Alltag heißt das: lieber frisch zubereiten, Speisen gut durcherhitzen und Reste rasch kühlen. So lässt sich das Risiko für Magen-Darm-Infekte und lebensmittelbedingte Infektionen senken.

Schlaf und Pausen sind kein Luxus

Müdigkeit ist in der Schwangerschaft keine Schwäche, sondern ein Signal des Körpers. Ausreichend Schlaf unterstützt die Regeneration und hilft dem Immunsystem, zuverlässig zu arbeiten. Hilfreich können feste Abendrituale sein: Bildschirmzeit reduzieren, eine warme Dusche, ein leichtes Abendessen und ein ruhiger Schlafplatz. Wer nachts schlecht schläft, darf tagsüber kurze Pausen einplanen. Gerade im ersten und dritten Trimester brauchen viele Schwangere mehr Erholung als gewohnt.

Bewegung stärkt Körper und Wohlbefinden

Regelmäßige, moderate Bewegung kann das Immunsystem, den Kreislauf und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Geeignet sind zum Beispiel Spaziergänge, Schwimmen, Schwangerschaftsyoga oder sanftes Krafttraining, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Es muss kein Sportprogramm sein. Schon 20 bis 30 Minuten Bewegung an den meisten Tagen können helfen, Stress abzubauen, besser zu schlafen und den Körper beweglich zu halten. Bei Blutungen, Schmerzen, Schwindel, vorzeitigen Wehen oder anderen Beschwerden solltet ihr Bewegung immer ärztlich abklären lassen.

Stress reduzieren: kleine Inseln im Alltag schaffen

Anhaltender Stress kann den Körper belasten. In der Schwangerschaft kommen oft viele Gedanken hinzu: Vorsorgetermine, Geburtsplanung, finanzielle Fragen, Veränderungen in der Partnerschaft. Kleine Entlastungen helfen: bewusst atmen, kurze Spaziergänge, Entspannungsübungen, Gespräche mit vertrauten Menschen oder das Aufschreiben von Sorgen. Auch Hebammen, Familienberatungsstellen und Geburtsvorbereitungskurse können Sicherheit geben.

Impfstatus prüfen lassen

Ein guter Impfschutz schützt nicht nur die Schwangere, sondern teilweise auch das Baby nach der Geburt. Besonders wichtig sind Impfungen gegen Keuchhusten, Grippe und – je nach aktueller Empfehlung und individueller Situation – COVID-19. Die Ständige Impfkommission empfiehlt bestimmte Impfungen in der Schwangerschaft zu festgelegten Zeitpunkten; die Planung sollte gemeinsam mit der behandelnden Praxis erfolgen. Auch der Impfstatus enger Kontaktpersonen kann wichtig sein. Partner, Großeltern und andere Betreuungspersonen sollten ihren Schutz gegen Keuchhusten, Masern, Grippe und andere relevante Erkrankungen überprüfen lassen.

Gute Hygiene, aber ohne Übertreibung

Regelmäßiges Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme. Besonders wichtig ist es nach dem Nachhausekommen, nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach Kontakt mit Tieren und nach dem Naseputzen. Im Alltag reicht gründliches Händewaschen mit Seife meist aus. Desinfektionsmittel sind nicht ständig nötig, können aber unterwegs oder in besonderen Situationen sinnvoll sein. Auch regelmäßiges Lüften und Abstand zu offensichtlich kranken Personen helfen, Infekte zu vermeiden.

Vorsicht bei „Immunboostern“

Viele Produkte versprechen ein starkes Immunsystem: hochdosierte Vitamine, Kräutermischungen, Tees oder Nahrungsergänzungsmittel. In der Schwangerschaft gilt jedoch: Natürlich heißt nicht automatisch sicher. Manche pflanzlichen Präparate sind für Schwangere ungeeignet oder nicht ausreichend untersucht. Auch zu hohe Mengen bestimmter Vitamine können problematisch sein. Deshalb sollten werdende Mütter neue Präparate immer vorab mit Fachpersonal besprechen.

Wann sollten Schwangere ärztlichen Rat suchen?

Bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Atemnot, anhaltendem Durchfall, Erbrechen, Ausschlag, Blutungen oder deutlich reduziertem Allgemeinbefinden sollte zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden. Auch bei Kontakt zu bestimmten Infektionskrankheiten, etwa Röteln, Windpocken oder Ringelröteln, ist eine schnelle Rücksprache wichtig.

Das Immunsystem in der Schwangerschaft lässt sich am besten durch verlässliche Alltagsgewohnheiten unterstützen: ausgewogen essen, ausreichend schlafen, regelmäßig bewegen, Stress reduzieren, Hygiene beachten und empfohlene Impfungen prüfen lassen. Junge Eltern müssen dabei nicht perfekt sein. Entscheidend ist, dem Körper regelmäßig das zu geben, was er jetzt besonders braucht: Nährstoffe, Ruhe, Schutz und gute Begleitung.

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