Bild: AdobeStock
Allergien im Frühjahr und Sommer: Das könnt ihr jetzt tun
Wenn im Frühjahr die Natur aufblüht und im Sommer viel Zeit draußen verbracht wird, beginnt für viele Familien auch die Zeit der tränenden Augen, laufenden Nasen und juckenden Haut. Allergien treten bei Kindern oft zum ersten Mal in diesen Monaten auf. Für Eltern ist das häufig verunsichernd: Ist es nur eine Erkältung, eine empfindliche Haut oder steckt doch eine Allergie dahinter?
In der warmen Jahreszeit sind Kinder vermehrt Stoffen ausgesetzt, die Allergien auslösen können. Dazu gehören vor allem Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Auch Insektenstiche, Sonnencremes, Pflanzen oder bestimmte Nahrungsmittel, die bei Ausflügen und Grillabenden häufiger gegessen werden, können Beschwerden verursachen. Typisch ist, dass Symptome saisonal auftreten, also immer wieder zu einer ähnlichen Jahreszeit beginnen oder sich verschlimmern.
Daran erkennt ihr eine Allergie
Allergien können sich bei Kindern unterschiedlich zeigen. Häufige Anzeichen sind:
- häufiges Niesen
- eine laufende oder verstopfte Nase ohne Infekt
- juckende, rote oder tränende Augen
- Husten, vor allem draußen oder nachts
- Hautausschläge, Juckreiz oder Ekzeme
- Schwellungen nach Insektenstichen
- Beschwerden nach bestimmten Lebensmitteln
Manchmal wird eine Allergie zunächst mit einer Erkältung verwechselt. Ein wichtiger Unterschied: Bei einer Allergie fehlen meist Fieber und starkes Krankheitsgefühl. Stattdessen stehen Juckreiz und Beschwerden über längere Zeit im Vordergrund.
Diese Allergien sind bei Kindern häufig
Im Frühjahr und Sommer spielen vor allem diese Allergieformen eine Rolle:
Pollenallergie: Die Pollenallergie, auch Heuschnupfen genannt, gehört zu den häufigsten saisonalen Allergien. Kinder reagieren dabei auf Blütenpollen in der Luft. Beschwerden zeigen sich oft an Nase, Augen und Atemwegen.
Insektengiftallergie: Nach Bienen- oder Wespenstichen können starke örtliche Reaktionen auftreten. In seltenen Fällen kommt es zu einer ernsthaften allergischen Reaktion mit Atemnot oder Kreislaufproblemen.
Hautreaktionen: Empfindliche Kinder reagieren manchmal auf Gräser, Pflanzen, Schweiß, Sonnencremes oder Chlorwasser mit Rötungen, Juckreiz oder Ausschlägen.
Nahrungsmittelallergien: Auch wenn sie nicht nur saisonal auftreten, fallen sie im Sommer oft stärker auf, etwa nach Erdbeeren, Nüssen, rohem Obst oder bei Picknicks und Feiern. Manche Kinder haben zudem Kreuzreaktionen, etwa zwischen Pollen und bestimmten Lebensmitteln.
Was solltet ihr als Erstes tun?
Wenn ihr den Verdacht habt, dass euer Kind eine Allergie entwickelt, ist es sinnvoll, die Beschwerden genau zu beobachten. Hilfreich ist es, sich Notizen zu machen:
- Wann treten die Symptome auf?
- Sind sie draußen stärker als drinnen?
- Gibt es Beschwerden nach dem Essen oder nach Insektenstichen?
- Verbessern sich die Symptome an regnerischen Tagen oder in Innenräumen?
Solche Beobachtungen helfen der Kinderärztin oder dem Kinderarzt bei der Einschätzung.
Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?
Ein Arztbesuch ist angebracht, wenn Beschwerden wiederholt auftreten, euer Kind im Alltag beeinträchtigt ist, oder es sich verschlimmert. Das gilt besonders bei:
- Atemproblemen oder pfeifender Atmung
- stark geschwollenen Augen oder Hautreaktionen
- wiederkehrendem Husten
- Verdacht auf Reaktionen nach Nahrungsmitteln
- auffälligen Reaktionen nach Insektenstichen
Je nach Symptomen kann eine Überweisung zur Allergologie sinnvoll sein. Dort können weitere Tests durchgeführt werden, zum Beispiel Hauttests oder Blutuntersuchungen.
Was hilft Kindern im Alltag?
Schon kleine Maßnahmen können die Belastung deutlich verringern.
Bei Pollenallergie: Nach dem Spielen draußen sollten Kinder Gesicht und Hände waschen, manchmal ist auch Haarewaschen am Abend sinnvoll. Kleidung, die draußen getragen wurde, sollte nicht im Schlafzimmer liegen. Regelmäßiges Lüften zu geeigneten Zeiten und das Reinigen von Böden und Oberflächen können ebenfalls helfen.
Bei empfindlicher Haut: Leichte, atmungsaktive Kleidung, sanfte Pflegeprodukte und eine gute Hautpflege unterstützen die Hautbarriere. Neue Sonnencremes oder Pflegeprodukte sollten Eltern zunächst vorsichtig testen.
Bei Insektenstichen: Helle Kleidung, Schuhe im Freien und das Vermeiden süßer Getränke in offenen Bechern können das Risiko reduzieren. Kinder sollten lernen, ruhig zu bleiben, wenn Bienen oder Wespen in der Nähe sind.
Bei Nahrungsmittelreaktionen: Verdächtige Lebensmittel sollten nicht auf eigene Faust dauerhaft gestrichen werden, ohne ärztliche Rücksprache. Gerade bei Kindern ist eine ausgewogene Ernährung wichtig.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach Art und Stärke der Allergie. Häufig kommen antiallergische Medikamente zum Einsatz, zum Beispiel für Nase, Augen oder Haut. Bei Asthma-Beschwerden ist eine gezielte Behandlung besonders wichtig. Entscheidend ist, dass Medikamente immer altersgerecht und nach ärztlicher Empfehlung verwendet werden. Eltern sollten nicht dauerhaft selbst experimentieren, sondern Beschwerden medizinisch begleiten lassen. Bei bestimmten Allergien kann später auch eine spezifische Immuntherapie infrage kommen. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an den Auslöser gewöhnt. Ob das für ein Kind geeignet ist, entscheidet die Fachärztin oder der Facharzt.
Was tun im Notfall?
Zeigt euer Kind nach einem Insektenstich oder einem Lebensmittel plötzlich starke Symptome wie Atemnot, Schwellungen im Mund, Erbrechen, Benommenheit oder Kreislaufprobleme, muss sofort der Notruf gewählt werden. Solche Reaktionen sind selten, aber ernst. Wenn bereits eine schwere Allergie bekannt ist, solltet ihr genau wissen, wie ein verordnetes Notfallset angewendet wird.
Allergien vorbeugen?
Nicht jede Allergie lässt sich verhindern. Aber ihr könnt darauf achten, die Hautbarriere gut zu pflegen, die Symptome ernst zu nehmen und Auslöser frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Wichtig ist ein entspannter, aber aufmerksamer Umgang: Nicht jede laufende Nase ist gleich eine Allergie, aber wiederkehrende Beschwerden sollten beobachtet werden.
Ab wann treten Allergien bei Kindern auf?
Allergien können schon im Säuglingsalter auftreten. Besonders Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis zeigen sich oft bereits im ersten Lebensjahr. Pollenallergien beginnen meist etwas später, oft erst im Kleinkind- oder Vorschulalter, weil das Immunsystem dafür in der Regel erst nach wiederholtem Kontakt mit Pollen reagiert.
Grobe Orientierung:
- Babys: eher Hautprobleme und Reaktionen auf Lebensmittel
- Kleinkinder/Vorschulalter: erste Umweltallergien werden häufiger
- Schulkinder: Heuschnupfen, allergisches Asthma und Kreuzallergien treten öfter auf
Mehr zum Thema Baby


